Wie Sie Eltern von Flüchtlingskindern über das deutsche Schulsystem informieren

17.05.2016

Das deutsche Schulsystem ist im Vergleich zu dem anderer Länder relativ komplex. Besonders über die Wahlmöglichkeiten nach der Grundschulzeit und die Durchlässigkeit für spätere Schullaufbahn-Entscheidungen sollten Sie die Eltern mit Migrationshintergrund professionell aufklären.

 

Besonders das deutsche Schulsystem ist für Eltern aus anderen Herkunftsländern häufig undurchsichtig, da es komplizierter ist als andere. Versuchen Sie durch Informationsabende und mehrsprachige Materialien, Transparenz zu schaffen.

 

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Musterflyer: Das Bildungssystem im Bundesland NRW

Die Grundschule (Primarstufe)

Die Grundschule umfasst die ersten 4 Schuljahre eines Kindes in NRW. Hier erlernen die Kinder grundlegende Fähig- und Fertigkeiten, die sogenannten Kulturtechniken. Ihre besonderen Stärken und Schwächen sowie individuellen Bedürfnisse werden dabei in den Mittelpunkt gestellt.

Die Förderschule

Auf Wunsch der Eltern können Kinder mit einer Behinderung oder besonderen Lernbedürfnissen auf einer dafür ausgerichteten Förderschule unterrichtet werden. Dabei finden sich folgende Schwerpunkte:

  • Lernen
  • Sehen
  • Hören und Kommunikation
  • Körperliche und motorische Entwicklung
  • Sprache
  • Soziale und emotionale Entwicklung
  • Geistige Entwicklung

Die Sekundarstufe I

Die weiterführende Schule umfasst in NRW folgende Schulen:

  • Hauptschule (5.–10. Klasse)
  • Realschule (5.–10. Klasse)
  • Gymnasium (5.–9. Klasse)
  • Gesamtschule (5.–10. Klasse)
  • Sekundarschule (5.–10. Klasse)

Die Hauptschule

Hier erhalten die Schüler eine grundlegende allgemeine Bildung. Berufsorientierung und Praxis stehen im Fokus. Die Schüler sollen bereits Einblick in die Arbeitswelt erhalten. Dies geschieht z. B. durch Praktika.

Die Realschule

Der Unterricht an der Realschule ist sowohl allgemeinbildend als auch berufsorientiert ausgerichtet. Sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten der Schüler werden hier gleichermaßen gefördert.

Das Gymnasium

Am Gymnasium erfährt der Schüler eine vertiefte Allgemeinbildung. Es dient der Vorbereitung auf ein Hochschulstudium. An die Schuljahre in der Sekundarstufe I schließt sich noch die gymnasiale Oberstufe an.

Die Gesamtschule

An dieser Schule lernen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Lernvoraussetzungen (ähnlich wie an der Grundschule) zusammen. Der Schulabschluss wird je nach Fähigkeiten und Lernerfolg gewählt. Unterricht findet oftmals auf 2 verschiedenen Niveaustufen statt.

Die Sekundarschule

Sie ist ähnlich aufgebaut wie die Gesamtschule. Setzt allerdings den Schwerpunkt noch mehr auf die Vorbereitung auf die gymnasiale Oberstufe. Jede Sekundarschule kooperiert mit einer gymnasialen Oberstufe.

Die Sekundarstufe II

Mit einem allgemeinbildenden (gymnasiale Oberstufe) und einem berufsbildenden Zweig (Berufskolleg) wird die Arbeit der Sekundarstufe I fortgesetzt.

Die gymnasiale Oberstufe

In NRW kann ein Schüler die gymnasiale Oberstufe eines Gymnasiums, eines berufl ichen Gymnasiums oder einer Gesamtschule besuchen.

Das Berufskolleg

Diese Schule dient

  • der beruflichen Orientierung.
  • der Vorbereitung auf Studium und Beruf.
  • dem Erreichen eines Berufsabschlusses.
  • der beruflichen Weiterbildung.

 

Fazit: Verdeutlichen Sie den Eltern an der Grundschule, welche Möglichkeiten nach dem Übertritt für das Kind infrage kommen könnten und was dort erwartet wird. Stellen Sie an weiterführenden Schulen auch verschiedene Berufe vor.

Praxistipp: Unter www.berufsorientierung-nrw.de finden Sie diese Informationen auch in verschiedenen Sprachen, wie z. B. Türkisch oder Arabisch.

 


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