In 6 Schritten Förderpläne als Team gemeinsam entwickeln

27.06.2016

Teamteaching bringt nicht nur eine enorme Entlastung mit sich. Hierzu bedarf es gewisser Absprachen für eine gelingende Kooperation. Verschiedene Kompetenzen, Erfahrungen und Einschätzungen werden zusammengetragen, um letztendlich eine Einigung zugunsten des Schülers zu erzielen. Mithilfe dieser Strukturierungshilfe gelingt die gemeinsame Planung der Förderung Ihrer Schüler.

Einen Förderplan in 6 Schritten zu entwickeln bedeutet Kompetenztransfer: in einem gleichberechtigten Nebeneinander. Konzipiert wurden die einzelnen Schritte der Planungshilfe in Anlehnung an Wolfgang Mutzecks „Kooperative Förderplanung“.

 

Schritt 1 zur Entwicklung von Förderplänen: Vorbereitung

Klären Sie im Vorfeld organisatorische Rahmenbedingungen, wie Termin, Zeit, Raum, Teilnehmerkreis und Schüler, für die der Förderplan erstellt werden soll. So kann sich jedes Mitglied des Teams entsprechend vorbereiten und diagnostische Erkenntnisse sowie Notizen zur Schülerbeobachtung mitbringen. Legen Sie außerdem eine Gesprächsleitung und einen Protokollführer fest.

Schritt 2 zur Entwicklung von Förderplänen: Ideenspeicher

Sammeln Sie zunächst alle relevanten Informationen zum Ist-Stand. Sprechen Sie über Stärken und Schwächen des Kindes, seine Schwierigkeiten und seinen bevorzugten Lernweg. Hilfreich sind hier Ergebnisse von Tests und diagnostische Erfahrungen. Legen Sie eine Liste mit 2 Spalten an. In diesem Ideenspeicher
werden in der einen Spalte Förderbedarf und in der anderen Impulse zur Förderung sowie Ressourcen des Kindes festgehalten, die sich während des Gesprächs ergeben. Sprechen Sie über Sorgen und Hoffnungen in Bezug auf das Kind.

 

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Schritt 3 zur Entwicklung von Förderplänen: Analyse der Ressourcen

Ziel dieses Schrittes ist es, die Ursachen und Bedingungen der Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten zu analysieren. Der Blick richtet sich dabei von den Problemen zunehmend hin zu Lösungen. Besonders erkenntnisreich kann es sein, sich in die Ich-Perspektive des Schülers zu versetzen und abwechselnd aus seinem Blickwinkel zu berichten, wie es ihm beim Lernen ergeht und wie er seine Lernentwicklung möglicherweise wahrnimmt. Diese Perspektivübernahme verschafft oftmals neue Impulse für den Ideenspeicher. In gewissen Schüler-Konstellationen lassen erstaunliche Synergie-Effekte beobachten. 2 leistungsstarke Schüler können sich gegenseitig motivieren und anspornen. Zwei leistungsschwache Schüler können als harmonisches Team auf demselben Anforderungsniveau arbeiten. Leistungsgemischte Konstellationen können sich positiv auf beide auswirken. Es lohnt sich, Verschiedenes zu erproben, um für das einzelne Kind den Arbeitspartner zu finden, mit dem es am effektivsten lernt. Überlegen Sie:

  • Wann arbeitet das Kind motiviert?
  • Womit hat es Erfolg beim Lernen?
  • Welche Methoden haben sich beim Kind bewährt?
  • Unter welchen Rahmenbedingungen lernt es am erfolgreichsten?
  • Mit welchem Partner lernt das Kind am effektivsten?

 

Schritt 4 zur Entwicklung von Förderplänen: Zielsetzung

Planen Sie für diesen Schritt ausreichend Zeit ein, denn mit diesem steht und fällt der Erfolg der Förderung. Folgende Aspekte sollten Sie bei der Zielsetzung beachten:

  • Setzten Sie Prioritäten bei der Festlegung der Ziele.
  • Behalten Sie alle Lern- und Entwicklungsbereiche im Blick.
  • Formulieren Sie die Ziele konkret, erreichbar und positiv.
  • Halten Sie fest, bis wann man woran erkennen soll, dass ein Ziel erreicht ist.
  • Notieren Sie ebenfalls die Art der Überprüfung.

 

Schritt 5 zur Entwicklung von Förderplänen: Fördermaßnahmen

Klären Sie an dieser Stelle, wodurch die Ziele im Einzelnen erreicht werden sollen. Versuchen Sie, mit Blick auf die Ziele und vorhandenen Ressourcen geeignete Fördermaßnahmen zu finden. Zunächst halten Sie alle Ideen in einem Brainstorming fest und definieren daraus später 2–3 konkrete Maßnahmen pro Ziel. Legen Sie an dieser Stelle ebenfalls fest, wer für die Durchführung und Überprüfung zuständig ist und welche Unterstützung die Person dafür braucht. Reflektieren Sie kurz, ob die Maßnahmen zielführend und bestmöglich auf das Kind zugeschnitten sind.

Halten Sie alle Ergebnisse im Förderplan fest, und einigen Sie sich möglichst auf den nächsten Termin zur Reflexion der Förderplanung.

Schritt 6 zur Entwicklung von Förderplänen: Reflexion

Halten Sie Rückschau in Bezug auf die Erreichung der Ziele, und bemühen Sie sich, mögliche Ursachen für nicht erreichte Aspekte zu erkennen. Achten Sie dabei besonders auf eine wertschätzende Haltung und den achtsamen Umgang miteinander. Sprechen Sie darüber, wie Erschwernisse aus dem Weg geräumt werden können und zusätzliche Unterstützung mobilisiert werden kann. Beginnen Sie an dieser Stelle wieder mit Schritt 1, um den Förderplan zu aktualisieren.

Fazit: Eine gemeinsame Entwicklung eines Förderplans ist nicht nur für die individuelle Lernentwicklung des Schülers unabdingbar, sondern wirkt sich außerdem positiv auf Ihre Teamentwicklung aus.

Praxis-Tipp: Es empfiehlt sich, die einzelnen Schritte der Planungshilfe einzuhalten, da dadurch das Gespräch zielführend verläuft und nicht mehr Zeit in Anspruch nimmt, als notwendig ist.

 

 

 


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