Konflikte in Sitzungen lenken

24.02.2012

Die Gruppendynamik Ihres Kollegiums macht vor Besprechungen und Pädagogischen Konferenzen nicht Halt. Im Gegenteil: Extrovertierte Kollegen nutzen diese „öffentlichen“ Gelegenheiten häufig, um einen Machtkampf auszutragen und es Ihnen oder anderen Kollegen „zu zeigen“. In solchen Situationen wird Ihre Moderationskompetenz auf eine harte Probe gestellt. Bleiben Sie sachlich und wenden Sie die Anregungen aus den folgenden Beispielen an.

Wenn „alte Geschäfte aufkochen“

Sachdiskussionen sind häufig nur pseudo-sachlich. Wenn es im Rahmen der Leitbilderstellung z.B. um konträre Einstellungen zu offenen oder lehrergelenkten Unterrichtsformen geht, wird um pädagogische Weltanschauungen diskutiert. Unterschwellig steht die Frage im Mittelpunkt: „Wer hat recht?“ Die Gegenargumente gegen einen Vorschlag werden dann von den Emotionen gesteuert. Egal, was der Kollege vorbringt, er hat keine Chance auf Zustimmung.

So reagieren Sie richtig: Versuchen Sie, hinter die Kulissen eines Disputs zu schauen. Wenn Angriffe auf Kollegen oder scharfe Abwehrreaktionen offensichtlich auf Persönliches zurückgehen, lenken Sie das „Entweder-oder“ in ein „Sowohl-als-auch“ um. Erläutern Sie in einem kurzen Exkurs, warum beide Arten zu unterrichten ihre Berechtigung haben. Zeigen Sie auf, wie sich die Kompetenzen beider „Lager“ im Sinn der Schulentwicklung gegenseitig befruchten können.

 

Wenn Sie die Wut auf die Politik abbekommen

Evaluation und Schulentwicklung sind nicht jedermanns Sache. So mancher Kollege sieht darin nicht die Chance eines Voranschreitens, sondern Mehrarbeit und Belastung. Insbesondere wenn die letzte Arbeitszeiterhöhung noch in Erinnerung ist, lauten die Argumente, wenn Sie in der Pädagogischen Konferenz ein Qualitätskonzept erarbeiten wollen, oft: „Dazu haben wir keine Zeit!“ oder „Mir ist die Pädagogik wichtiger als der Bürokratismus.“

 

Wenn Vorurteile gegen das Vorgehen bestehen

Kollegen wehren Moderationsmethoden manchmal als „Psycho-Spielchen“, als „kindisch“ oder als „umständlich“ ab. Dieser Einstellung liegen oftmals frühere Erfahrungen mit dem unprofessionellen Einsatz von Moderationsmethoden zugrunde.

So reagieren Sie richtig: Fangen Sie nicht einfach an. Erläutern Sie vielmehr, dass Sie das erwachsenengerechte Lernen besonders berücksichtigen wollen. Erwachsenendidaktik beinhaltet ein Höchstmaß an Eigenaktivität. Begründen Sie den Einsatz Ihrer Methoden. Betonen Sie z.B. die beiden Vorzüge der Kartenabfrage, die eine Methode ist wie jede andere: Jeder soll Gelegenheit bekommen, sich zu äußern, und das Visualisieren trägt dazu bei, dass die wertvollen Ideen nicht verloren gehen.


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