Erforderlich: Aktives Zuhören

09.07.2012

Beklagen sich bei Ihnen als Schulleiter auch Eltern oder Lehrer, dass sie in einem Gespräch nicht das erreicht haben, was sie wollten? Nehmen Sie dies zum Anlass, um Ihre Lehrkräfte in Sachen Gesprächsführung zu unterstützen. Denn bevor gesprochen wird, muss erst zugehört werden. Zuhören heißt Anteilnehmen im wörtlichen Sinn: Ich nehme die Aussagen, die mitgeteilt werden, an. Anteilnehmen bedeutet, mit echtem Interesse zuzuhören. Zuhören lässt sich optimieren. Gerade durch die häufigen Beratungssituationen der Lehrkräfte laufen Letztere Gefahr, die eigene Aussage wichtiger zu nehmen als die Aussagen der Eltern. Lehrkräfte verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz und sollten ihn auch vermitteln. Doch zunächst müssen sie zuhören. Die Techniken des aktiven Zuhörens kann man lernen. Geben Sie Ihren Lehrkräften folgende Vorlage an die Hand, oder gestalten Sie eine pädagogische Konferenz. Mit den Beispielen können gerade auch junge Lehrkräfte lernen, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und zu trainieren.
Stärken Sie Ihre Führungskompetenz und erfahren mehr zu relevanten Themen in unserem Praxishandbuch Personalführung und -entwicklung in der Schule

Vorlage: So verbessern Sie Ihre Gesprächsführung

Aussagen / Fragen der Eltern

Technik des aktiven Zuhörens

„Sie sind wegen der Note im Fach Mathematik in Sorge.“

Sie wiederholen die Aussage des Gegenübers mit eigenen Worten.

„Sie haben sich über die Note sehr geärgert.“

Sie spiegeln die Gefühle und die Emotionen des Gesprächspartners wider.

„Nachdem Sie die Probearbeit hatten, haben Sie nicht Ihr Kind befragt?“

Sie hinterfragen Aussagen.

„Sie möchten die Note erklärt haben und sind mit der Bewertung nicht einverstanden.“

Sie fassen bei Gesprächen das Gehörte mit wenigen Worten zusammen.

„Sie haben gesagt, Sie hätten sofort reagiert. War das noch am selben Tag?"

Sie gehen Unklarheiten auf den Grund.

„Was passierte, nachdem Ihr Kind Ihnen die Arbeiten nicht mehr vorlegte?“

Sie lenken das Gespräch durch Fragen.

„Was ist für Sie wichtiger: Die Note oder die Einstellung Ihres Kindes zum Lernen?“

Sie wägen die Vor- und Nachteile einer Situation für Ihren Gesprächspartner ab.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Angstfaktor Beurteilung

7. Mai 2012

Die Abneigung gegen Beurteilungen äußert sich vor allem im Unbehagen vor Unterrichtsbesuchen der Schulleitung. Auf Kritik in Form einer „nur“ durchschnittlichen Bewertungsstufe in der Lehrerbeurteilung reagiert so mancher... Mehr erfahren

Lehrerrat: Wann er bei Personalfragen mitbestimmt

1. September 2016

Ganz gleich, ob sich Ihre Schule in öffentlicher oder privater Trägerschaft befindet: Ihre Lehrkräfte haben ihr eigenes Mitwirkungsorgan, den Lehrerrat. Dieser nimmt stellvertretend für Ihr Kollegium Beteiligungsrechte wahr.... Das müssen Sie über den Lehrerrat wissen

Wenn sich eine Lehrkraft im Ton vergreift: So reagieren Sie!

5. April 2013

Sie haben als Schulleiter eine Elternbeschwerde über den unangemessenen Ton einer Lehrkraft vorliegen. Handelt es sich um einen einmaligen Vorfall, erübrigen sich weitere Interventionen. Anders sieht es aus, wenn Sie trotz... Mehr erfahren




Verlag PROSchule

Service: +49 (0) 228-95 50 130
E-Mail: info@schulleiter.de

© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft