So fördern Sie begabte Kinder mit Migrationshintergrund

21.01.2016

Inklusion meint Teilhabe und adäquate Förderung aller Kinder. Größtenteils geht es dabei um Kinder mit einer Behinderung und deren Recht auf individuelle Förderung in der Klassengemeinschaft. Doch auch besonders begabte Kinder haben Anspruch auf eine angemessene Förderung. Allerdings ist nicht bei allen Kindern das Po­tenzial leicht zu erkennen, insbesondere bei Kindern mit nicht deutscher Muttersprache.

Widmen Sie der Thematik „Begabun­gen bei Kindern mit nicht deutscher Muttersprache erkennen und fördern“ einen speziellen Platz in Ihrem schulin­ternen Begabungskonzept auf 3 Ebenen.

1. Begabte Kinder mit Migrations­hintergrund erkennen
Kinder mit nicht deutscher Mutterspra­che können aufgrund der Sprachdefizi­te ihr Potenzial oft nicht adäquat zum Ausdruck bringen. Ihre Schulleistungen liegen oftmals unter ihrer Gesamtleis­tungsfähigkeit, weil sie die Feinheiten der deutschen Sprache, die für sehr gute Schulleistungen erforderlich sind, noch nicht so beherrschen. Achten Sie des­halb auf sprachunabhängige Leistungen und Verhaltensweisen der Kinder, die auf eine gute bis sehr gute Begabung.

 

 

2. Leistung fördern
Ebenso wie gut begabte Kinder mit der Muttersprache Deutsch brauchen begabte Migrantenkinder ein Angebot, das vor allem ihr schnelles Kombinieren, ihr umfassendes Gedächtnis und ihre abs­trakte logische Denkfähigkeit herausfor­dert und fördert. Halten Sie also in allen Fächern im Rahmen der inneren Diffe­renzierung ein Aufgabenangebot für die­se leistungsfähigen Kinder vor. Kommen Sie ihrem breiten Interessenspektrum durch Neigungsangebote entgegen, viel­leicht auch schulübergreifend in Koope­ration mit einer anderen Schule.

Die noch fehlenden sprachlichen Fein­heiten lassen sich nicht über einen Sprachförderkurs beheben. Klären Sie im Unterricht Begriffe, die in Zusammenhang mit einem Arbeitsauftrag stehen oder Kulturspezifika betreffen. Auch Kinder mit deutscher Mutterspra­che profitieren im Übrigen davon.

3. Ein begabungsförderndes Netz­werk in der Region aufbauen
Die Förderung gut begabter Kinder kann eine Schule allein meistens gar nicht leisten. Kooperieren Sie deshalb mit einer weiterführenden Schule in der Region. So kann in Einzelfällen ein Kind an einem Sprach- oder sonstigen Nei­gungskurs der weiterführenden Schule teilnehmen. Auch außerschulische Ein­richtungen halten Angebote bereit, z. B. Hochbegabtenverbände oder Vereine, die einen muttersprachlichen Unter­richt anbieten.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

So gestalten Sie große Kinderbilder

15. Mai 2013

Die Sonne lädt zur Beschäftigung im Freien ein. Sie möchten mit Ihrer Klasse große Porträts gestalten? Vergessen Sie bekleckerte Böden und an die Wand gespitzte Farbe! Gestalten Sie mit Ihrer Klasse in 6 Schritten... Mehr erfahren

5 Tipps, wie Sie den Schuljahresendspurt effizient gestalten

10. Mai 2017

Bei einem Endspurt mobilisieren die Sportler die letzten Reserven, um am Schluss nochmal an Tempo zuzulegen und das Rennen für sich zu entscheiden. Ein Rennen sind die letzten Monate des Schuljahres zwar nicht, doch der letzte... Mit diesen 5 Tipps geraten Sie nicht in Stress

Reagieren Sie richtig auf permanente Wutanfälle

14. März 2017

Schüler, die zu Wutausbrüchen neigen, können Sie im inklusiven Klassenzimmer vor besondere Herausforderungen stellen. Egal, ob Ihr Schüler die Wut gegen sich selbst oder andere richtet, Sie können ihm gewaltfreie Alternativen... Mit diesen Mitteln helfen Sie Ihrem Schüler




Verlag PROSchule

Service: +49 (0) 228-95 50 130
E-Mail: info@schulleiter.de

© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft