Mit Sport zu besseren Schulnoten

13.10.2018

Natürlich gibt es keine 1:1-Wirkung – je mehr Sport, desto höher die Schulleistung. Doch britische Wissenschaftler stellten positive Assoziationen zwischen körperlicher Aktivität und erhöhter Aufmerksamkeit beim Lösen von Aufgaben fest: Die Leistungen werden durch die gesteigerte Konzentration besser.

In ihrer Langzeitstudie beobachteten die Forscher, dass Heranwachsende, die sich moderat bis intensiv körperlich betätigen, auch in den Folgejahren, wenn sie keinen Sport mehr treiben, bessere Noten haben als Schüler, die sich von vornherein weniger bewegen.

Bewegung sollte allerdings nicht dem Sportunterricht vorbehalten werden. Nutzen Sie möglichst viele Gelegenheiten für Bewegung, z. B. durch kurze Bewegungseinheiten nach Musik oder im Rahmen einer bewegten Pause. 

So fördern Sie die Konzentration und die Lust am Lernen

Bewegungsmangel und daraus resultierende Gesundheitsbeeinträchtigungen bei unserer Jugend ist ein wichtiges Thema. Auch die Schule trägt durch lange Sitzzeiten zur Bewegungsarmut der Schüler bei. Mit zahlreichen programmatischen Ansätzen wird versucht, dem entgegenzuwirken, z. B. mit Bewegungsübungen innerhalb des Unterrichts oder mit Bewegungspausen.

Ein ganz besonderer Ansatz ist, Unterricht und Bewegung miteinander zu kombinieren und somit bewegten Unterricht durchzuführen. Berücksichtigen Sie das Prinzip „Unterricht in Bewegung“ schon in der Unterrichtsplanung und -vorbereitung. Wählen Sie den Inhalt aus und überlegen Sie anschließend, inwiefern Bewegung zum Kompetenzerwerb in diesem Bereich beitragen kann. Legen Sie sich mithilfe unseres Praxisbeitrags ein breites Methodenrepertoire zu, das Sie flexibel für Ihren bewegten Unterricht einsetzen können.

„Unterricht in Bewegung“ – Praxismaterialien der BZGA

Zum bewegten Unterricht in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht wurden von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) Materialien erstellt, die Ihre Lehrer direkt im Unterricht einsetzen können: „Unterricht in Bewegung – Materialien für die Grundschule“.

Das Besondere daran: Bewegung ist nicht Beiwerk und kommt nicht vor oder nach dem Lernen, sondern ist die Methode, mit deren Hilfe bestimmte Inhalte gelernt und Kompetenzen erworben werden. Der didaktische Ort kann an jeder Stelle des Unterrichts liegen: beim Einstieg, bei der Erarbeitung oder bei der Vertiefung.

Kreativ weiterführen

Greifen Sie die Anregungen der BZGA auf und transferieren Sie diese auf Ihren weiteren Unterricht. Stellen Sie dazu die Fragen:

  • Welche Einsichten und Fähigkeiten lassen sich mit dem jeweiligen Unterrichtsinhalt erwerben? 
  • Wie kann Bewegung dazu beitragen?

Unterricht methodenorientiert planen

Während „Unterricht in Bewegung“ von den Lerninhalten ausgeht, bieten die didaktischen Anregungen von Norm Green zum „kooperativen Lernen“ und Dr. Heinz Klippert zum „methodenzentrierten Unterrichten“ eine Fülle an Methoden an, die zwar in der Hauptsache auf das kooperative Lernen zielen, die aber nebenbei die Schüler in Bewegung bringen.

Denn häufig sind diese Methoden mit Teambildung verbunden und dieses wiederum damit, dass man sich im Raum positionieren oder die Position im Raum wechseln muss. So bleiben bei einer „Meinungsabfrage“ die Schüler nicht sitzen, sondern ordnen sich Plakaten zu, die an verschiedenen Stellen des Klassenzimmers auf dem Boden liegen oder in den Ecken aufgehängt sind.

Einige weitere Methoden finden Sie in der folgenden Aufzählung.

Methodenbeispiele:

  • Lerntheke 
  • Stationenlernen 
  • Gruppenpuzzle 
  • Wirbelgruppen 
  • Kugellager 
  • Fishbowl 
  • Gesprächskreuz 
  • Sektempfang 
  • Gruppenarbeit

„Listen and do“ – Fremdsprachen mit Bewegen lernen

Für das Fremdsprachenlernen wurde von dem Psychologen James J. Asher eine besondere Art entwickelt, Vokabeln und Grammatik mithilfe von Bewegung zu üben und zu festigen – das Total Physical Response (TPR). Dabei geht es um die Verknüpfung von fremdsprachigen Formulierungen mit „passenden“ Bewegungen.

Anstatt eines „listen and repeat“ ist die unterrichtliche Maxime „listen and do“. Den Schülern wird das Recht auf eine „silent period“ eingeräumt, in der sie auf die neuen sprachlichen Äußerungen ähnlich wie beim Erstspracherwerb erst einmal nur nonverbal, mit dem Körper (total physical response) reagieren müssen.

Textbeispiel zum „simple present“ mit TPR üben

„Every morning“
It`s seven o`clock.
Wake up. 
Get out of bed. 
Wash your face.
Go to the kitchen.
Make a cup of coffee.
Eat your breakfast. 
Read the paper.
Take off your pyjamas. 
Put on your clothes.
Clean your teeth.
Put on your coat.
Pick up your books.
Get out of the house.

Nach der Durchführung im Imperativ können die Schüler den Text in die 1. und 2. Person Singular übertragen und bewegt spielen: 

  • I wake up at seven o`clock. 
  • And then, I go out of bed. h Then I wash my face. 
  • After that I go to the kitchen …

Mit Schulbüchern umsetzen

Viele Sequenzen aus Schulbüchern können inszeniert und durchgespielt oder auch vorgespielt werden. Die Vermischung von Sprache, Spiel und Handlung sorgt in den meisten Fällen für einen Abbau von Sprachhemmungen insbesondere wenn die Übungen in Kleingruppen stattfinden.

Beispiel: 

  • Die Schüler einer Klasse gehen paarweise durch das Klassenzimmer.  
  • Ein Partner gibt Anweisungen, die auf einer Karteikarte notiert sind, die der andere tatsächlich oder als Pantomime ausführt. 
  • Danach folgt ein Rollentausch. 
  • Als Steigerung können die Fragen auch als Frage-und-Antwort-Spiel durchgeführt werden.

So fördern Sie die Umsetzung von bewegtem Unterricht an Ihrer Schule

  • Wecken Sie das Interesse Ihrer Lehrer durch diesen Beitrag.
  • Führen Sie eine SCHILF dazu durch.
  • Regen Sie die kontinuierliche Reflexion und den Erfahrungsaustausch an.


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