Mit „Flipped Classroom“ coachen: zu Hause erarbeiten, in der Schule üben

21.01.2016

„Die Lerninhalte müssen in der Schule so sicher erarbeitet werden, dass die Hausaufgabe von den Schülern selbstständig erledigt werden kann.“ – Diesen Grundsatz aus den Schulgesetzen stellen Lehrer auf den Kopf, die mit dem didaktischen Ansatz des „Flipped Classroom“ unterrichten. Stellen Sie Ihren Lehrern dieses Modell in einer pädagogischen Konferenz vor und laden Sie sie ein, damit Lernen und Unterrichten zu verändern.

„Flipped“ an dieser Methode ist: Sie lassen die wichtigsten Prinzipien und Zusammenhänge der Lerninhalte zu Hause erarbeiten. Vertiefen, üben und anwenden folgen in der Schule. Damit diese Form des Unterrichts gelingt, gehen Sie in 3 Schritten voran.

 

Schritt 1: Selbstlernmaterialien als Voraussetzung

Elementare Voraussetzung für das „Flippen“ sind die Lernmaterialien für das eigenständige Lernen. Die Materialien müssen selbsterklärend sein. Diese finden Sie häufig in guten Schulbüchern oder in Lehrerbegleitmaterialien. Oder Sie erstellen kurze Selbstlernvideos oder PowerPoint-Präsentationen zum jeweiligen Lerninhalt. Stellen Sie diese auf einer Lernplattform zur Verfügung.

 

 

Schritt 2: Die Hausaufgabe richtig stellen

Der 1. Auftrag für das eigenständige Lernen zu Hause ist die Aufforderung, die bereitgestellten Materialien, etwa ein Video, eine PowerPoint-Präsentation oder einen Text zu rezipieren. Um die tatsächliche Durcharbeitung zu gewährleisten, stellen Sie einige Arbeitsaufträge, z. B.

  • Leitfragen, anhand derer der Inhalt wiederholt und durchdacht wird
  • Problemfragen, die mit Hilfe des Textes / Videos gelöst werden können

 

Schritt 3: Den Unterricht anpassen

Lassen Sie das Thema oder die Problemfrage sichtbar werden, z. B. durch eine Tafelanschrift oder mittels einer PowerPoint-Präsentation. Weisen Sie darauf hin, was als Hausaufgabe zu tun war. Fordern Sie die Schüler auf, ihre Lösungen vorzustellen. Anschließend werden auch die mitgebrachten Fragen gestellt und entweder von den Mitschülern oder Ihnen beantwortet. Wiederholen Sie keinesfalls im Unterricht das, was zu Hause zu tun war. Damit würde künftig diese Form der Hausaufgabe obsolet.

 

Nun geht es an das weiterführende Üben:

  • Differenzieren Sie beim Üben nach 2 oder 3 Anforderungsniveaus.
  • Führen Sie kooperative Lernformen ein, z. B. wechselseitiges Lehren und Lernen.
  • Nutzen Sie alle Möglichkeiten des virtuellen Lernens mit Hilfe von Tablets oder Laptops und eines virtuellen Klassenzimmers.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Konzentration bitte!

4. November 2011

„Nun konzentriert euch doch mal!“ , fordert der Deutschlehrer seine lässig auf den Stühlen lümmelnden, zerstreuten 7.-Klässler auf. Doch ohne Wirkung! Kein Wunder, denn Konzentration lässt sich nicht verordnen. Sie lässt... Mehr erfahren

Kennen Sie die 3 häufigsten Fehler bei Arbeitsaufträgen?

20. Juni 2013

Ärgern Sie sich, weil die Schüler nicht mitarbeiten? Als Klassenleiter denken Sie darüber nach, warum Unterrichtsphasen misslingen. Es liegt nicht nur an der mangelnden Konzentrationsfähigkeit der Schüler. Oft ist die Ursache... Mehr erfahren

So gestalten Sie mit neuen Methoden anregende Lernsituationen

22. Februar 2013

Nutzen Sie als Lehrkraft verschiedene Methoden-Werkzeuge. Gemeint sind lehrergesteuerte oder schüleraktive Verfahren. Bieten Sie Ihren Schülern Materialien und Hilfsmittel zur Unterstützung von Lehr- und... Mehr erfahren




Verlag PROSchule

Service: +49 (0) 228-95 50 130
E-Mail: info@schulleiter.de

© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft