Veränderungen in der Sitzordnung stärken die Klassengemeinschaft

04.10.2013

Einerseits möchten Kinder in der Schule gerne neben ihren Freunden sitzen. Dieses berechtigte Bedürfnis führt dazu, dass Außenseiter weniger Chancen haben, in die Klassengemeinschaft integriert zu werden. Andererseits wünschen sich viele Eltern, dass ihr Kind vorne beim Lehrer sitzt. Schaffen Sie mit wechselnden Sitzordnungen Möglichkeiten, den Zusammenhalt zu stärken und allen Kindern das gleiche Recht einzuräumen. Fördern Sie den kommunikativen Umgang der Schüler und stärken Sie gleichzeitig die Klassengemeinschaft.

Sitzordnung

Beschreibung

Pädagogischer Einsatz

Nebeneffekte

Das Roulieren

 

Die Schüler sitzen in frontaler Sitzordnung. Alle Tische stehen in Reihen hintereinander. Lassen Sie die Schüler jede Woche um eine Reihe vorrücken. Das heißt, montags wechselt jedes Tischpaar um einen Platz nach vorne. Das vorderste Paar fängt wieder ganz hinten an. So kommen alle in den Genuss, „in der ersten Reihe“ zu sitzen. Für Sie als Lehrkraft schaffen Sie Möglichkeiten, allen Kindern gerecht zu werden. Das Wechseln kann noch optimiert werden, wenn die Reihen dann auch noch komplett nach einem Durchgang wechseln. In diesem Fall verrückt die rechte Reihe zur Mitte, die Mitte nach links u.s.w..

 

Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt des Tauschens ist, dass alle Kinder am Montagmorgen ihre Bank ausräumen müssen und somit immer Ordnung herrscht.

 

Von der Frontalsitzordnung zum Gruppengespräch

Hier sitzen die Schüler in der Frontalsitzordnung. Wenn Sie ein Experiment durchführen oder eine Gruppenlösung suchen, lassen Sie die Schüler rasch umdrehen zum Vierergespräch.

 

So kommen auch schwächere Schüler in den Genuss, verschiedene Aufgaben gemeinsam erfüllen zu können. Der Wechsel erfolgt ohne großen Lärm und Aufwand.

Die U-Form

 

Sie kennen alle diese Sitzordnung. Neben einer verbesserten Kommunikation ermöglicht sie allen Schülern Blickkontakt zueinander.

 

Voraussetzung ist eine Raumgröße, die es erlaubt, dass alle Kinder im Außenbereich sitzen können. Nachteil dieser Sitzhaltung ist die schlechte Sicht zur Tafel. In diesem Fall müsste ein rasches Herumziehen der Tische zur Frontalsitzweise eingeübt werden.

2 Gruppen-tische bilden ein L

Eine gute Möglichkeit, den Blick zur Tafel zu gewähren und gleichzeitig die Kommunikation zu fördern. Ein Tisch steht längs, der andere oben quer angeschlossen. Somit ergibt sich die Form „L“.

 

 

Gruppenarbeit ist schnell möglich, weil der Längstisch rasch an den Quertisch zum „Vierer“ angeschoben werden kann. Wird der Unterricht wieder zum Lehrer zentriert, bilden die Schüler das „L“ und sehen alle zur Tafel. Voraussetzung ist hier auch, dass es ein großer Klassenraum ist.

Die Vierer- oder Sechser-gruppe

 

Diese Sitzordnung wird neben der Frontalanordnung am meisten gewählt.

 

 

Zur Förderung von Teamarbeit und der Bildung kommunikativer Strukturen ist sie wie die „L“-Form eindeutig zu begrüßen. Der Nachteil liegt in der teils eingeschränkten Sicht zur Tafel. Ein Roulieren ist deshalb dringend zu empfehlen.


Hinweis zur Praxis: Üben Sie den raschen Wechsel von einer Sitzordnung zur anderen. So lernen die Schüler ganz nebenbei praktisches Verhalten:

  • Der Stuhl muss weggeschoben werden.
  • Der Tisch soll leer sein.
  • Gemeinsam heben zwei Kinder den Tisch an und tragen ihn lautlos an den Bestimmungsort.

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