In 5 Schritten ein erfolgreiches Lernentwicklungsgespräch führen

09.01.2017
„Ich bin froh, dass wir an unserer Schule das Lernentwicklungsgespräch als Ersatz für das Zwischenzeugnis eingeführt haben. Hier erfahren Kind und Eltern nicht nur, wo das Kind steht. Vielmehr reden wir miteinander darüber, wo und wie es sich verbessern kann.“ – Dieses Bekenntnis einer Grundschullehrkraft zum Lernentwicklungsgespräch drückt den Mehrwert dieses Gesprächsformats aus.

Damit der erwartete Gewinn des Lernentwicklungsgesprächs tatsächlich eintritt, thematisieren Sie in einer pädagogischen Konferenz, worauf es bei der Durchführung ankommt. Denn für den Lehrer ist die Situation ungewohnt: Bisher hat er mit den Eltern über das Kind gesprochen. Nun spricht er mit dem Kind und bezieht die Eltern dabei mit ein. Geben Sie die Anregung an Ihre Lehrer weiter in 5 Schritten vorzugehen.

Schulleitung intern

1. Schritt: Gestalten Sie den Anfang des Lernentwicklungsgesprächs

Noch mehr als im Gespräch mit Erwachsenen ist die Anfangssituation ausschlaggebend dafür, ob sich das Kind scheu zurückzieht, sich rechtfertigt oder ob es sich öffnet.

Deshalb: Knüpfen Sie daran an, wie Sie das Lernentwicklungsgespräch im Unterricht vorbereitet haben, z. B.: „Wir haben kürzlich im Unterricht darüber gesprochen, wie wichtig es ist, immer wieder zurückzuschauen, was man schon gelernt hat. Genauso wichtig ist es, sich etwas vorzunehmen, was man noch besser können möchte und wie man das erreichen kann. Deshalb sitzen wir hier beieinander.“

2. Schritt: Geben Sie einen Überblick über den Ablauf des Lernentwicklungsgesprächs

Neue Situationen verunsichern ein Kind. Doch je klarer es vor Augen hat, was auf es zukommt, umso selbstsicherer kann es handeln.

Deshalb: Geben Sie einen Überblick über den Ablauf des Gesprächs: „Wir unterhalten uns über dein Lernen im Lesen und Schreiben und in der Mathematik. Dabei gehen wir in jedem Fach in 3 Schritten vor: Wir schauen uns an, was du schon kannst, dann klären wir, was du noch lernen musst, und am Ende überlegen wir, wie du das am besten machst. Zuerst bist immer du an der Reihe, danach kommen deine Eltern und ich.“

3. Schritt: Führen Sie das Gespräch über den Lernstand

Der Lernstand des Kindes und die Ziele sowie der Weg dorthin sind der Kern des Lernentwicklungsgesprächs.

Deshalb: Beziehen Sie hierzu die schriftliche Selbsteinschätzung ein, die Sie im vorangegangenen Unterricht veranlasst haben, z. B. eine erstellte Lernlandkarte, in der mit den 3 Ampelfarben markiert ist, was das Kind schon kann, und was es noch gründlich üben muss: „Du weißt ja am besten, was du schon kannst. Das hast du dir aufgeschrieben.“ Thematisieren Sie danach die Bereiche, in denen es noch unsicher ist: „Wo meinst du denn, dass du noch besser werden kannst? – Schau dir dazu deine gelb markierten Felder an.“ Bestätigen und ergänzen Sie die Selbsteinschätzung des Kindes oder setzen Sie Ihre dagegen. Verhindern Sie, dass es im Beisein des Kindes zu einer ausufernden Diskussion mit den Eltern über die Schwächen des Kindes kommt: „Lassen Sie uns darüber in der nächsten Sprechstunde ausführlich sprechen.“

4. Schritt: Treffen Sie eine konkrete Zielvereinbarung mit dem Schüler

Die volle Wirkung entfaltet ein Lernentwicklungsgespräch durch den Blick in die Zukunft.

Deshalb: Leiten Sie das Kind an, sich in jedem Fachbereich, der besprochen wird, ein Ziel zu setzen und eine oder 2 Maßnahmen zu überlegen, wie es diesem Ziel näher kommen kann, z. B. durch ein tägliches 10-minütiges Training das Kopfrechnen zu verbessern.

5. Schritt: Schließen Sie das Lernentwicklungsgesprächs optimistisch ab

Schriftliche Zielvereinbarungen schaffen eine größere Verbindlichkeit.

Deshalb: Formulieren Sie für jeden Fachbereich ein Ziel und die dazugehörigen Vorsätze des Kindes. Schließen Sie mit der Unterschrift aller Beteiligten und einem optimistischen Ausblick ab

Checkliste: So führen Sie das Lernentwicklungsgespräch

Organisation
  • Wählen Sie eine Sitzordnung, bei der sich das Kind als gleichberechtigter Partner fühlen kann, z. B. am runden Tisch.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie während des Gesprächs ungestört sind, z. B. durch ein Schild an der Tür
Haltung/Verhalten:
  • Verzichten Sie auf Fachbegriffe, sondern verwenden Sie eine Sprache, die das Kind versteht.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Körpersprache und Ihre Aussagen übereinstimmen.
  • Wenden Sie sich dem Kind zu, anstatt über seinen Kopf hinweg mit den Eltern zu sprechen.
  • Lassen Sie dem Kind Zeit zu antworten, und zeigen Sie auf diese Weise ernsthaftes Interesse an den Meinungen des Kindes. Hören Sie „aktiv“ zu, indem Sie das Kind durch nonverbale oder verbale Impulse anregen, sich zu äußern.

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