Disphonie: Wenn Ihrem Schüler öfter die Stimme versagt

31.08.2017

Leidet Ihr Schüler an Disphonie, hat er Schwierigkeiten bei der Stimmerzeugung. Seine Stimme kann rau, heiser oder auch piepsig klingen. Disphonie stellt für Sie und ihn eine besondere Herausforderung im Regelunterricht Ihrer inklusiven Klasse dar. Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse des Kindes auf allen Ebenen.

Ist Ihr Schüler an Disphonie erkrankt, kann er seine Stimme oft nicht so benutzen wie andere Kinder. Dies kann vorübergehend oder dauerhaft der Fall sein: je nachdem, ob die Stimmorgane (z. B. der Kehlkopf) entzündet oder geschädigt sind.

Entlasten Sie Ihren Schüler im mündlichen Bereich

Veranlassen Sie das vorübergehende Aussetzen der mündlichen Benotung oder ggf. einen Nachteilsausgleich, sodass Ihr Schüler mit Disphonie sich nicht unbedingt im Unterricht äußern muss. Finden Sie für alle mündlichen Leistungen Alternativen. Beispiele:

  • Ein Gedicht muss nicht aufgesagt – es kann auch aufgeschrieben werden.
  • Ein Referat kann von einem anderen Gruppenmitglied vorgetragen werden.
  • Vorlesen kann auch mit Partner zusammen erfolgen.

Achten Sie auf eine angemessene Lautstärke

Für Ihren Schüler ist vermutlich Flüstern die einfachste Art, seine Stimme zu gebrauchen. Dabei muss er unbedingt geschont werden: Flüstern ist belastend für die Stimme – es macht nur Sinn, wenn der Lautstärkepegel so niedrig ist, dass Ihr Schüler ohne Anstrengung zu verstehen ist. Setzen Sie in diesem Punkt ganz besonders auf das Verständnis der Mitschüler. Lassen Sie das Kind und seinen Partner bzw. seine Gruppe möglichst oft in einem abgeschlossenen Gruppenraum arbeiten.

Erziehen Sie Ihre Klasse zur Achtsamkeit

Für Ihren betroffenen Schüler gibt es nichts Schlimmeres, als wenn die ganze Klasse in Lachen ausbricht, wenn er sich zu Wort meldet. Dies führt selbstverständlich dazu, dass er sich langfristig kaum noch trauen wird, etwas im Unterricht zu sagen. Ist Ihr Schüler einverstanden, sprechen Sie möglichst mit der Klasse. Verabreden Sie, dass Äußerungen von keiner Hänselei, keinem Getuschel und auch keinem Lachen quittiert werden dürfen.

Stellen Sie dem Kind einen Partner an die Seite

Möglicherweise finden Sie einen Klassenkameraden Ihres Schülers mit Disphonie, der sich als „Sprachrohr“ zur Verfügung stellt. Die relevanten Informationen werden einfach ins Ohr geflüstert. Sie können ein Zeichen verabreden, sodass Sie erkennen, ob sich das sprechstarke Kind im eigenen Namen oder in Vertretung meldet. Ihr Schüler mit Disphonie kann so am Unterrichtsgespräch teilnehmen. Als lebendiges „Sprachrohr“ sollte nur ein Kind fungieren, das sich gut konzentrieren kann und diese Aufgabe gern übernimmt. Sprechen Sie im Vorfeld auch mit den Eltern beider Kinder. Es profitieren beide davon – mit den Eltern sollte dies trotzdem abgeklärt sein. Sie könnten ansonsten meinen, ihr Kind könne dadurch benachteiligt werden.

Integrieren Sie passende Übungen in den Wochenplan

Berücksichtigen Sie bei der individuellen Förderung entsprechende Stimm- und Atemübungen. Am besten sprechen Sie diese mit dem Logopäden des Kindes ab oder lassen sich hier von den Eltern zu den Übungen beraten. Wissen diese nicht Bescheid, bitten Sie sie, sich beim Ergotherapeuten und Logopäden zu erkundigen. Wählen Sie nicht einfach selbstständig Übungen aus – je nach Gesundheitszustand Ihres Schülers könnten diese kontraproduktiv sein.

Fazit

Sich nicht so äußern zu können wie andere Kinder kann für Ihren Schüler mit Disphonie eine große Belastung sein. Gehen Sie möglichst unverkrampft mit der Situation um, indem Sie mit dem Schüler zusammen nach Alternativen suchen und ihn nach besten Kräften unterstützen.


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