Ach, du liebe Zeit! – So lernen Ihre Schüler in 3 Schritten, erfolgreich Stress zu vermeiden

27.07.2017

„Schule macht krank!“ Diese Schlagzeile lebt von Zeit zu Zeit erneut auf. Doch bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass Schüler vor allem dann in Stress geraten, wenn sie mit ihrer Zeit nicht zurechtkommen, unwirksame Lern­techniken anwenden oder als Multitasker zu viele Dinge gleichzeitig tun.

Gehen Sie gegen diesen selbst gemach­ten Stress vor. Unterstützen Sie Ihre Schüler mit einem Zeitmanagement- Training, z. B. durch den Klassenlehrer oder ein Lehrerteam im Rahmen eines festgelegten Unterrichtsstundenkon­tingents am Ende oder zu Beginn des neuen Schuljahres. Haken Sie während des Schuljahres kontinuierlich nach und beugen Sie so Schulstress vor. Gehen Sie dabei in 3 Schritten vor.

1. Schritt: Zeitfresser bewusst machen

Ihre Schüler merken selbst oft gar nicht, weshalb sie in Stress geraten. Bieten Sie deshalb zu Beginn der Lerneinheit Gelegenheit, sich mit dem Thema Zeit­management auseinanderzusetzen. So werden den Schülern Verhaltensmuster bewusst, die ihre eigene Arbeitsorgani­sation negativ beeinflussen.

Lassen Sie Ihre Schüler 2 Wochen lang ein Zeitprotokoll führen, in das sie eintragen, wann sie wie viel Zeit für die Hausaufgaben und für die Vorbereitung auf Klassenarbeiten verwenden. Wer­ten Sie das Zeitprotokoll im Klassenge­spräch danach aus, welche Zeitfresser das systematische Lernen verhindert haben. Nutzen Sie dazu die Fragenliste „Meinen Zeitfressern auf der Spur“ auf dieser Seite. Ziehen Sie mit den Schü­lern zusammen das Fazit, dass fehlen­de Arbeitsorganisation und fehlende Zeitplanung wesentliche Stressfaktoren sind.

2. Schritt: Effiziente Lern- und Planungsstrategien kennenlernen

Wenn Ihre Schüler ihre ungünstigen Gewohnheiten aufgedeckt haben, müs­sen sie Alternativen kennenlernen, wie effizienteres und stressärmeres Arbeiten aussieht. Informieren Sie zunächst über die wichtigsten biologischen Fakten, die das Lernen bestimmen:

  • verteiltes Lernen
  • Wiederholungsgesetze
  • Lernen mit Clustern (nicht mehr als 5 Informationen hintereinander ver­suchen, sich zu merken)
  • Zusammenfassen und planen mit Mind-Mapping

Stellen Sie dies praktisch vor, z. B. an­hand der Nachbereitung von Unter­richt. So verstehen Ihre Schüler, dass sie durch die konsequente Anwendung von Lerngesetzen Zeit und Energie ge­winnen und weniger in Stress geraten. Lassen Sie als Nächstes einen konkreten langfristigen Plan erstellen, wie sie sich auf ihre anstehende nächste Klassenar­beit vorbereiten. Empfehlen Sie ihnen hierzu, einen Wochenstundenplan für die Nachmittage zu erstellen. Wenn sie als Erstes die feststehenden Termine und die Zeiten für die täglichen Haus­aufgaben eintragen, erkennen sie rasch, wie wenig zu verplanende Zeit für die spezielle Vorbereitung auf die Klassen­arbeit übrig bleibt und wie langfristig deshalb geplant werden muss.

3. Schritt: Kurzfristige Planung mit der ALPEN-Methode erstellen

Vermitteln Sie auch das Know-how der kurzfristigen Planung, eng verknüpft mit Prioritätensetzung. Hierzu eignet sich das

„A-L-P-E-N-Modell“:

  • A: Aufgaben notieren, die erledigt werden müssen. Hierbei unterschei­den, was wichtig ist und unbedingt erledigt werden muss und was auf eine langfristige To-do-Liste ausge­lagert werden kann.
  • L: Länge bzw. Dauer einer jeden Aufgabe einschätzen; konkret in Mi­nuten dazuschreiben. Achtung: Keine Wunschzeiten, son­dern realistisch einschätzen!
  • P: Pufferzeiten einplanen; also nicht verplante Zeiten, z. B. um aufzufan­gen, wenn etwas anderes länger ge­dauert hat als vorgesehen.
  • E: Entscheidungen treffen: Prioritä­ten setzen und anderes fallen lassen, falls die zusammengezählten Mi­nuten über die vorhandene Zeitres­source hinausgehen. Das Wichtigste kommt zuerst, auch wenn es unan­genehm ist, danach kommt alles an­dere.
  • N: Nachkontrolle; reflektieren.Wes­halb hat etwas länger gedauert?

Achtung! Multitasking, z. B. telefonie­ren oder WhatsApp schreiben während des Lernens, zerstört jegliches Zeitma­nagement.


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