Die interaktive Schulbank – computer- und internetbasierte Lernübungen selbst gestalten

30.11.2017

„Zur nächsten Übung schlagt bitte alle euer Schulbuch auf, Seite …“, und schon geht ein lustloses Raunen durch das Klassenzimmer, während alle SchülerInnen ihr Buch herausholen und aufschlagen. Kennen Sie diese Reaktion von Ihren SchülerInnen? Wahrscheinlich ja. Warum also nicht gezielt Abwechslung in den Unterricht bringen, indem Sie Lernübungen von Ihren SchülerInnen am PC bearbeiten lassen. Am Computer lernen die meisten Kinder und Jugendlichen gerne, einigen macht es großen Spaß. Nutzen Sie diese Motivationspotenziale für Ihren Unterricht! Mit dem so genannten Blended-Learning (vermischtes Lehren und Lernen) können Sie alle Vorteile des E-Learnings (elektronisch unterstütztes Lehren und Lernen) in Ihre Lehrpraxis einbinden, ohne dass das Präsenz-Lehren dabei zu kurz kommt. Sie nutzen die vielseitigen Vorteile des E-Learnings für Ihren Unterricht, indem Sie den Unterrichtsstoff in neuen, interessanten Darbietungsformen vermitteln. Natürlich können und sollen der herkömmliche Unterricht und das gute alte Schulbuch nicht ersetzt werden. Aber mit dem Einsatz des Computers können Ihre Möglichkeiten, wie Sie den Unterrichtsstoff an die SchülerInnen herantragen, sehr gewinnbringend ergänzt und erweitert werden.

Sie können selbst Ihre eigenen interaktiven Lernübungen am PC kreieren. Das ist mit den so genannten Autoren-Programmen gar nicht schwer und geht recht schnell. Sie brauchen auch keinerlei Programmierkenntnisse, um die gewünschten Aufgaben und Übungen zu erzeugen. Zusätzlich besitzen Sie die Möglichkeit, auf viele bereits vorhandene Übungen im Netz zurückzugreifen, um sie in Ihrem Unterricht einzusetzen oder um sie als Inspirationsquelle für eigene Übungen zu verwenden.

Wie können interaktive Übungen am PC meinen Unterricht bereichern?

  • Sie bieten den Lernstoff in einer modernen Verpackung an. Der Einsatz neuer Medien erweitert Ihre Möglichkeiten der Stoffvermittlung und bringt Abwechslung für die SchülerInnen. Die interaktiven Übungen können praktisch in jeder Klassenstufe und in jedem Unterrichtsfach eingesetzt werden. Bringen Sie z.B. so einmal Abwechslung in das Pauken von Vokabeln und Grammatik in Latein!
  • Die Motivationen der SchülerInnen sind allgemein hoch beim Arbeiten mit dem PC.
  • Sie können selbst vielerlei Typen von interaktiven Übungen erstellen, die genau auf die Bedürfnisse Ihrer SchülerInnen hin konzipiert werden können.
  • Sie können auf einen großen Pool an bereits vorhandenen Übungen im Internet zurückgreifen. So lässt sich die Unterrichtsvorbereitung ein wenig erleichtern. Vorhandene Übungen können in vielen Fällen geändert und auf Ihre persönlichen Anforderungen hin zugeschnitten werden.
  • Die interaktiven Aufgaben können computer- und webbasiert gestartet werden, d.h., Sie müssen nicht unbedingt eine Übung auf einem PC installieren, um sie durchzuführen – ein Online-Zugang reicht dazu schon.
  • Die interaktiven Aufgaben können in Ihrem Unterricht in der Schule unter Ihrer Aufsicht und Führung oder auch von den SchülerInnen alleine bearbeitet werden. Das ermöglicht eine große Flexibilität des Lernens. Die SchülerInnen können nach der Schule, zu Hause oder unterwegs (mit Laptop) die Übungen durchführen. Dies fördert besonders die Selbstorganisation und die Selbstständigkeit der SchülerInnen, ist aber auch besonders hilfreich für Kinder, die wegen einer Krankheit eine Zeit lang zu Hause bleiben müssen, aber praktisch Schularbeiten machen können. So können sie immer noch an dem Schulstoff zumindest partizipieren.
  • Alle Übungen lassen sich in Einzel oder Gruppenarbeit bearbeiten.
  • Besonders geeignet zum Erlernen und Wiederholen von Vokabeln und Grammatik.
  • Das Internet lässt sich ohne Probleme als Recherchemittel zur Lösung der Aufgaben einbinden.
  • Interaktive Übungen haben den Vorteil, dass sie dem Lernenden ein Feedback geben können. So erhält er eine Antwort, ob die gegebene Antwort richtig oder falsch ist, ob er etwas gut gemacht hat oder lieber weitere Informationen zu Rate ziehen sollte.
  • Sie können die verschiedenen Übungen automatisch auswerten lassen. Dies erspart Ihnen eine Menge Zeit und Aufwand.

Die Rolle des Lehrers/ der Lehrerin bei dem Einsatz interaktiver Übungen

  • Zunächst einmal sollten Sie den SchülerInnen die Bedienungsfunktionen Ihrer Übungen erläutern und ihnen genug Zeit geben, sich damit vertraut zu machen. Allerdings sind die Oberflächen solcher Übungen intuitiv bedienbar, so dass diese auch für GrundschülerInnen leicht erlernbar sind.
  • Je weniger Erfahrung die SchülerInnen mit solchen Übungen haben, desto mehr Führung und Anleitung benötigen sie von Ihnen. Je größer diese Erfahrung ist, desto mehr können Sie sich bei dem Lernprozess zurückhalten, so dass eine individuelle, selbstständige Bildung ermöglicht wird.
  • Sie übernehmen zunehmend eine moderierende Rolle, achten Sie darauf, den SchülerInnen informative und emotionale Rückmeldungen zu geben.
  • In Gruppenarbeit können die Kinder sich gegenseitig Hilfestellung geben. Achten Sie nur darauf, dass jeder in einer Gruppe auch ausreichend zum Zuge kommt. Mädchen sind oft etwas ängstlicher am PC – bis die Bedienung des Programms von allen verstanden ist, ist es durchaus sinnvoll, erst einmal reine Mädchen- und Jungengruppen zu bilden.

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