Wenn die Temperaturen steigen – Was tun mit lustlosen Schülern?

31.07.2014

Bei schönem Wetter neigen die Schüler zu Unkonzentriertheit. Gerade während des Nachmittagsunterrichts in der Ganztagsschule locken da draußen viel spannendere Aktivitäten. Die folgenden 5 Tipps lassen den Unterricht zur echten Alternative von Eisdiele und Schwimmbad werden.

 

1. Tipp: Mit Struktur für Zielgerichtetheit sorgen

Fördern Sie die Konzentration Ihrer Schüler durch eine klare und zuverlässige Strukturierung Ihres Unterrichts. So können sie zielgerichtet arbeiten, denn ein fester Rahmen bündelt die Aufmerksamkeit. Wenn Sie beispielsweise Ihren Mathematikunterricht immer ähnlich strukturieren, also auf eine Erarbeitungsphase die vertiefende Übung folgen lassen und anschließend den Schülern Gelegenheit geben, das Geleistete zu zeigen, fördern Sie die Motivation, unter den Präsentierern zu sein. Geben Sie zu Beginn der Unterrichtseinheit auch das inhaltliche Ziel der Stunde bekannt. Auch dies fördert die Konzentration und lenkt die Aufmerksamkeit auf diese Zielsetzung hin.

 

2. Tipp: Mit Regeln und Ritualen Klarheit einfordern

Auch Regeln und Rituale reduzieren die Ablenkung der Schüler. Dies mag zunächst widersinnig klingen, denn Gleichklang kann auch zur Langeweile führen. Doch lernpsychologisch liegt die positive Wirkung von Ritualen darin, dass die Schüler wissen, was auf sie zukommt, und sich darauf einstellen. Rituale helfen Ihnen auch, die Aufmerksamkeit der Schüler wieder zu bündeln, wenn sich Unruhe breitgemacht hat. Beispielsweise leitet ein Begrüßungsritual am Stundenanfang aus der Pausenstimmung in den Unterricht über oder Musik beendet die Freiarbeit. Auch Rituale unter den Schülern steigern die Aufmerksamkeit, z. B. das gegenseitige Aufrufen.

 

3. Tipp: Rhythmisieren Sie den Vormittag und die Einzelstunde

Die Arbeitspsychologie sagt uns, wie wichtig die Abwechslung zwischen anstrengenden und entspannenderen Phasen des Unterrichts ist. Dies trifft sowohl auf die Fächerabfolge im Verlauf des Tages als auch auf die einzelne Unterrichtsstunde zu. Legen Sie insbesondere bei einer 2-stündigen Einheit mehrere kurze Pausen ein, beispielsweise mit einem kurzen Bewegungsprogramm. Doch Achtung! Frei gewählte Aktivitäten verleiten dazu, etwas Angefangenes zu Ende zu bringen. Nach 5 Minuten bekommen Sie deshalb die Kinder nur sehr schwer wieder zum Unterricht zurück. Für so kurze Unterbrechungen ist z. B. ein Bewegungsparcours oder Gymnastik nach Musik geeigneter.

 

4. Tipp: Häufig und rasch Rückmeldung geben

Das Verhalten Ihrer Schüler lenken Sie sehr stark durch die Aufmerksamkeit, die Sie ihrem Verhalten widmen. Auch dies ist ein lernpsychologisches Gesetz. Planen Sie Ihren Unterricht nicht nur nach inhaltlichen, didaktischen und methodischen Gesichtspunkten, sondern vermerken Sie in der Vorbereitung auch die Zeitpunkte, zu denen Sie der Klasse Rückmeldung über ihr Verhalten geben. Beispielsweise können Sie schon nach der ersten Erarbeitungsphase zur Vertiefung überleiten, indem Sie die Aufmerksamkeit und Mitarbeit einzelner Schüler besonders hervorheben. So bekommen auch die anderen Schüler zu hören, was von ihnen erwartet wird, und strengen sich mehr an. Geben Sie erst recht rasch und oft Rückmeldung über das positive Verhalten, wenn Sie einen einzelnen Schüler ermahnen mussten. Bekommt er immer nur Aufmerksamkeit, wenn er stört, ist dies im Sinn der Lernpsychologie eine Verstärkung des unangemessenen Verhaltens.

 

5. Tipp: Mit einem „Kugellager“ alle ins Gespräch bringen

Nebengespräche und Nebenaktivitäten verhindern Sie auch durch Aktivitäten, die mit Unaufmerksamkeit inkompatibel sind. Einfach ausgedrückt ist damit gemeint, dass Sie Ihre Schüler angemessen beschäftigen müssen, anstatt ihnen Freiraum für andere Aktivitäten zu lassen. Gut gelingt dies mit dem so genannten „Kugellager“: Jeweils 2 Schüler stehen sich in einem Innen- und in einem Außenkreis gegenüber. Die Aufgabenstellung kann sein, gegenseitig Vokabeln abzufragen oder sich in der Vorbereitung einer schriftlichen Textarbeit ein Erlebnis zu erzählen. Beide sind abwechselnd gefordert, aktiv zu sein oder zuzuhören. Nach einem festgesetzten Zeitpunkt, z. B. 5 Minuten, dreht sich der Außenkreis um eine Person weiter. Die nächste Aufgabe erfüllt nun jeder Schüler mit einem anderen Partner. Achten Sie auf eine klare Aufgabenstellung und die zeitliche Begrenzung. Wenn Sie zu wenig Platz im Klassenzimmer haben, können Sie diese Methode bei gutem Wetter auch auf dem Schulhof anwenden.

 

Fazit: Sorgen Sie über diese pädagogischen Maßnahmen hinaus für eine lernfreundliche Temperatur im Klassenzimmer oder weichen Sie in einen kühleren Fachraum aus.


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