Chillen erlaubt – so lernen Ihre Schüler in bequemer Atmosphäre

06.07.2017

Mit angezogenen Knien, gezücktem Stift sowie dem Schulbuch und einem Notizblock auf dem Schoß, so sitzen 3 Schülerinnen auf einer grellen runden Polsterlandschaft im breiten Flur des Klassenzimmertrakts. Sie bereiten eine Präsentation in englischer Sprache vor, die sie in der nächsten Stunde halten müssen. Andere Schüler sitzen zu mehreren an den Tischen des Aufenthaltsraums und arbeiten ebenso an Englischaufgaben. Die Tür zum Klassenzimmer steht offen.

Diese Lehrkraft nimmt es mit der neu­en Lernkultur ernst: Bei offenen Ar­beitsformen überlässt sie ihren Schü­lern die Entscheidung über die Wahl des Arbeitsplatzes. Sie freut sich, dass die Schule hierfür auch ausgestattet ist. – Lesen Sie hier, worauf es bei dieser Ausstattung mit sog. Lounge-Möbeln ankommt.

Neue Lernarrangements fordern neue Möbel

Individuelles Lernen erfordert ein Nachdenken über Möblierungskonzep­te, die das Lernen auch außerhalb des Klassenzimmers ermöglichen. Auch wenn Ihr Budget nicht für eine „Lern­landschaft“ ausreicht, richten Sie beque­me Sitzgelegenheiten in breiten Fluren, die der Brandschutz freigibt, in unge­nutzten Nischen, unter Treppen und in Aufenthaltsräumen ein, an denen sich die Schüler in kleinen Gruppen zum Arbeiten in lockerer Atmosphäre tref­fen können.

Ganztägiges Lernen fordert Rückzugsmöglichkeiten

Nehmen Sie die Bezeichnung „Schule als Lebensraum“ ernst, brauchen Ihre Schüler Räume für unterschiedliche Aktivitäten, in die auch Freizeit- und Ruhephasen integriert sind, insbeson­dere, wenn sie bis 16:00 Uhr in der Schule sind. Schaffen Sie deshalb auch Rückzugs- und Ruheräume, die zum Relaxen und Regenerieren genutzt werden können. Vor Schulbeginn oder nach dem Mittagessen im Lieblingsbuch schmökern, einen Film auf dem Tablet anschauen, mit der Freundin plauschen, das macht in einer Sessellandschaft mehr Spaß als auf harten Holzstühlen.

Flexibel kombinieren

Welche Anforderungen sollten solche Möbel erfüllen? – Wenn sie wirklich in­dividuelle Lernarrangements unterstüt­zen sollen, achten Sie darauf, dass sie fle­xibel an kleinere oder größere Gruppen angepasst werden können. Wählen Sie deshalb Sitzelemente, die auf verschie­dene Weise miteinander kombinierbar sind. Jedes Element sollte so stabil sein, dass es sowohl an der Wand platziert werden kann als auch als Sitzlandschaft mitten im Raum, z. B. in einem größe­ren Aufenthaltsbereich. Dies gibt Ihren Lehrern auch Gelegenheit, die Möbel im Handumdrehen einmal für das Ler­nen und ein andermal für das Chillen zu arrangieren. Voraussetzung hierfür ist, dass die Lehnen – sofern vorhanden – nicht zu weich sind. Vor allem müssen sie fest mit dem Sitzpolster verankert werden können.

Auf leichte Pflege achten

Weitere Kriterien für die Eignung sind die Anforderungen an Hygiene und Pflege. Selbst wenn Sie die Regelung einführen, dass Essen und Trinken an anderer Stelle stattfindet und die Schuhe selbstverständlich ausgezogen werden, wenn die Füße auf die Polster gesetzt werden, ist ein Bezug aus Kunstleder leichter sauber zu halten als ein Stoffbe­zug. Vergewissern Sie sich vor der end­gültigen Auswahl der Möbel, dass sich selbst Spuren von Kugelschreiber und Filzstiften wieder entfernen lassen. So gibt es auch keine Diskussionen mit den Reinigungskräften über die Mehrarbeit. Legen Sie Wert auf einen Stoffbezug, sollte dieser abnehmbar und waschbar sein.

Dem Brandschutz genügen

Behalten Sie auch die Sicherheit Ihrer Schüler im Auge. Stellen Sie insbeson­dere in den öffentlichen Zonen Ihres Schulhauses nur Möbel auf, die schwer entflammbar sind. In der Regel enthalten diese Möbel einen Schaumstoff- Holz­kern, der diese Bedingungen erfüllt.

Fazit: Lounge-Möbel sind kein Gegen­satz zur gesunden Schule. Vielmehr sind sie ein Ausgleich zum langen Sitzen auf harten Stühlen.


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