Schulentwicklung einfach gemacht

01.10.2011

Die Schulentwicklung – immens wichtig für die Zukunft Ihrer Schule, im Arbeitsalltag aber oft vernachlässigt. Dabei wissen Sie eigentlich, dass ein offizielles Leitbild das A & O Ihrer Präsentation nach innen und außen ist. Trotzdem: Um eine systematische innere Schulentwicklung aufzubauen, muss evaluiert oder ein durchdachtes Schulprogramm erarbeitet werden. Und da ist er dann wieder, der Zeitfaktor …

Aber es geht auch anders – nämlich mit der Methode „Wertschätzendes Erkunden“ (appreciative inquiry) von David Cooperrider. Diese besondere Form der Zukunftswerkstatt ist ideal, wenn Sie die Effizienz Ihrer Schule stärken und Teamarbeit, Schulkultur und Bereitschaft zur Innovation fördern wollen.

So stoßen Sie die innere Schulentwicklung an

Bei der Methode von David Cooperrider ermitteln Sie in 4 Phasen die Potenziale und Stärken Ihres Kollegiums und Ihrer Schule. Dazu starten Sie mit einem „pädagogischen Tag“. Laden Sie hierzu neben Ihrem Kollegium auch die Elternvertretungen ein – sie und Ihre Kollegen sind die Bausteine einer systematischen Schulentwicklung.

Um beide Parteien auf den Tag einzustimmen, erläutern Sie in einem Vortrag, warum sich auch die Schule mit den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen auseinandersetzen und sich in Leitbild und Schulprogramm auf die Schüler von heute einstellen muss. Erläutern Sie dann die Methode von David Cooperrider und erklären Sie, dass diese die Struktur des heutigen Tages bestimmt.

Phase 1: Discovery – Stärken entdecken

Leitbild und Schulprogramm sind in der 1. Phase nach David Cooperrider nachrangig, zunächst werden die Stärken und Erfolge der Schule ermittelt. Dazu bitten Sie die Anwesenden, sich gegenseitig zu befragen. Dabei schildern sich die Teilnehmer gegenseitig eine besonders positive Erfahrung an der Schule und/oder mit einem Kollegen und analysieren jeweils die Schlüsselfaktoren, die dies ermöglicht haben. In einer anschließenden Plenarphase werden die Ergebnisse vorgestellt.

Phase 2: Dream – Vision entwickeln

In der 2. Phase der Methode nach David Cooperrider entwickeln Sie gemeinsam das Leitbild Ihrer Schule: In Kleingruppen von circa 6 Teilnehmern erarbeiten die Anwesenden nun Zukunftsvisionen für Ihre Schule. Dabei berücksichtigen sie die in Phase 1 erarbeiteten Stärken. Legen Sie dazu Papier und Stifte bereit, damit die Gruppen Gelegenheit haben, ihre Visionen zeichnerisch festzuhalten. Auch in Phase 2 werden die Ergebnisse in einer Plenarphase vorgestellt, aus ihnen wird anschließend das Schul-Leitbild abgeleitet.  

Phase 3: Design – Entwurf / Konzept erstellen

Jetzt schaffen Sie die Basis für eine Neuentwicklung oder Aktualisierung Ihres Schulprogramms sowie des Profils Ihrer Schule. Dazu bitten Sie die Teilnehmer, ihre Zukunftsvisionen zu konkretisieren: In welchen Bereichen und in welcher Art und Weise lassen sich ihre Ideen in der Realität umsetzen?

Phase 4: Destiny – Umsetzung planen

In Phase 4 der Methode von David Cooperrider haben Sie schon die meisten Schritte der Schulentwicklung hinter sich gebracht und befassen sich bereits mit der konkreten Durchführung: Durchdenken Sie gemeinsam, wie sich die in Phase 3 entwickelten Konzepte in konkrete Handlungspläne umsetzen lassen. War eine der Ideen etwa die umfassende Förderung von Migrantenkindern, so überlegen Sie nun, was dies im Einzelnen beinhalten kann und welche genauen Schritte hier zur Umsetzung und/oder Veränderung notwendig sind.  

Um die Ecke denken: Von der Idee zum Schulprogramm

David Cooperrider geht in seiner Methode 2 Umwege: Der erste Umweg ist, sich zunächst der eigenen Stärken bewusst zu werden und an ihnen zu wachsen. Im Falle Ihrer Schule erkennen Lehrer und Elternvertreter hier, was gut an Ihrer Schule und am Kollegium ist. Dieses Selbstbewusstsein öffnet Ihr Team nicht nur für eine zukunftsorientierte Schulentwicklung, sondern mobilisiert auch Kräfte für die engagierte Arbeit an Leitbild und Schulprogramm Ihrer Schule.
Umweg 2 ist eine Umkehrung: David Cooperrider entwickelt zunächst eine Zukunftsvision, um die Realität dann soweit wie möglich dieser anzupassen. Ein Leitgedanke, nach dem auch Sportler trainieren: „Was muss ich getan haben, damit ich das Ziel erreicht habe?“ Sprich: Wenn Sie die Teamarbeit an der Schule erhöhen möchten, welche Voraussetzungen müssen Sie dafür im Vorfeld schaffen? Dieses Prinzip öffnet durch den zukunftsorientierten Blick neue Handlungsmöglichkeiten und -ansätze.

Weiter in der Schulentwicklung: Führen Sie Ihre Ideen fort

Damit Ihr Schul-Leitbild, das Schulprogramm und Ihre am pädagogischen Tag gesammelten Maßnahmen der Schulentwicklung im Schulalltag nicht auf der Strecke bleiben, sorgen Sie dafür, dass die angedachten Projekte in den Jahrgangsstufen und/oder in Projektteams fortgeführt werden.
Setzen Sie zudem eine Steuergruppe  ein, die per Protokollierung der Veranstaltung und auf regelmäßigen weiterführende Sitzungen die Evaluation der umgesetzten Projekte und das Voranschreiten der inneren Schulentwicklung verfolgt. Bilden Sie weiterhin eine Redaktionsgruppe , die für die Formulierung des Leitbildes und des Schulprogramms zuständig ist. Regelmäßige Beschluss- und Bilanzkonferenzen sorgen zudem dafür, dass das gesamte Kollegium weiterhin am Entwicklungsprozess beteiligt ist.

Weitere interessante Tipps zum Thema Schulentwicklung finden Sie in unserem Artikel "Das Schulportfolio richtig und rechtzeitg anlegen" oder in unserem Managementbrief "Schulleitung intern"


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