Externe Evaluation – so gelingt´s

04.11.2011
Schulentwicklung ist Chefsache und Teamsache zugleich: Ihre Aufgabe als Schulleiter besteht in der Initiierung und Aufrechterhaltung des Entwicklungsprozesses, Ihre Kollegen sind Betroffene und Beteiligte gleichermaßen. Wenn Sie sich in Ihrer Führungsaufgabe „Schulentwicklung“ nicht sattelfest fühlen oder beobachten, dass Sie diese Aufgabe immer wieder wegen des drängenden Alltagsgeschäfts vernachlässigen, sehen Sie sich nach einem externen Begleiter, einem Moderator, um. Besonders aktuell wird die Frage der Begleitung auch, wenn Ihre Schule von der Schulinspektion oder einem Evaluationsteam evaluiert worden ist und Sie nun verpflichtet sind, Zielvereinbarungen umzusetzen.

Externe Evaluation systematisiert den Entwicklungsprozess

Besonders wenn Ihre Schulentwicklung bisher eher sprunghaft verlaufen ist, bringt Ihr Begleiter für die externe Evaluation System in den Prozess: Seine vorrangige Aufgabe ist es, den Prozessablauf zu kennen, ihn im Auge zu behalten, auch wenn Exkurse und Vertiefungen einzelner Phasen einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Er muss dann zum Stand des Entwicklungsprozesses zurückkehren und den nächsten Schritt initiieren.

Die Phasen der Schulentwicklung kompetent begleiten

Als 2. Anforderung an den externen Begleiter erwarten Sie, dass er für die verschiedenen Prozessphasen der externen Evaluation einen „Werkzeugkasten“ parat hat, ein Methodenrepertoire, aus dem er die passende Methode für die Entwicklungsphase und für Ihr Kollegium herausholt und kompetent anwendet.

  • Evaluationsangebote kennen und anwenden: Ihr Moderator beherrscht mehrere Formen der Evaluation. Mit Ihnen zusammen wählt er die für Ihre Schule und das Kollegium passende Form, z. B. eine Stärken-Schwächen-Bilanz oder eine kürzere oder längere Fragebogenform, und berät bei der Auswertung.
  • Zielfindung und Planung der Schulentwicklung systematisch unterstützen: Der Moderator gestaltet eine pädagogische Konferenz, in der die Ergebnisse der Evaluation vorgestellt, Konsequenzen diskutiert und die verschiedenen Felder des Entwicklungsbedarfs in ein Schulentwicklungsprogramm transferiert werden. Durch Prioritätensetzung wird die Reihenfolge festgelegt, in der die Themenstellungen bearbeitet werden sollen.
  • Die Realisierung der Ziele aus der externen Evaluation garantieren: Bei der Umsetzungsplanung schult er Ihr Kollegium im Projektmanagement. Oftmals ist für das ein oder andere Veränderungsvorhaben Fortbildung oder Training nötig, das der Moderator nicht beherrscht. Sprechen Sie dies mit ihm ab und organisieren Sie eine schulinterne Lehrerfortbildung (SCHILF) mit einem Fachreferenten.
  • Mit Projekt-Bilanzierung die Zielerreichung überprüfen: Ihr Moderator ist dann wieder nach Beendigung des Projekts oder zum Schuljahresende gefragt, wenn es um die Bilanzierung des Erreichten geht und um den Ausblick, was für das nächste Schuljahr ansteht und bald angepackt werden sollte.

So finden Sie einen Begleiter für die externe Evaluation

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Schulbehörde oder der für Schulentwicklung zuständigen Stelle Ihrer Bezirksregierung oder Ihres Kultusministeriums, ob in Ihrem Bundesland Schulentwicklungsmoderatoren ausgebildet sind und für Sie zur Verfügung stehen.
  • Rufen Sie den Referentenservice oder die diesbezüglichen Angebote Ihrer Landesinstitute für Lehrerfortbildung im Internet auf. Häufig finden Sie dort ein übersichtlich geordnetes Angebot.
  • Fragen Sie bei Ihrer Schulberatungsstelle nach.
  • Überprüfen Sie Angebote von freiberuflichen Trainern und Unternehmensberatern, die Ihnen Angebote zusenden oder in Schulleiter-Fachzeitschriften inserieren, durch Referenzen.
  • Empfehlungen von Kollegen sind oft der beste Weg zu einem kompetenten Begleiter. Doch bedenken Sie vor der Auswahl, ob Ihre Schulsituation und Ihre Erwartung mit der des Kollegen vergleichbar sind.
  • Fragen Sie an einer Universität in Ihrer Nähe nach einem Moderator.

Sorgen Sie für die Finanzierung der externen Evaluation

Erkundigen Sie sich frühzeitig nach den finanziellen Konditionen für die externe Evaluation. So entgehen Sie insbesondere bei freiberuflichen Moderatoren unliebsamen kostspieligen Überraschungen.

  • Staatlich ausgebildete Schulentwicklungsbegleiter üben ihre Tätigkeit oft im Rahmen ihrer Dienstaufgabe aus. Fragen Sie nach.
  • Aktivieren Sie Mittel für die schulinterne Lehrerfortbildung (Budget, Antrag bei der Schulbehörde, Regierung).
  • Beziehen Sie Ihren Förderverein und den Elternrat in die Finanzierung ein.
  • Beantragen Sie einen Haushalts-Sonderposten bei Ihrem Sachaufwandsträger.
  • Rekrutieren Sie Finanzmittel durch Sponsoring und die Beteiligung an Wettbewerben.

Kommen Sie mit Ihrem externen Begleiter „ins Geschäft“

Legen Sie die Begleitung Ihres Schulentwicklungsprozesses langfristig an. Sorgen Sie durch ein professionelles Vorgehen für eine solide Basis der Zusammenarbeit:

  • Nehmen Sie per E-Mail oder Telefon Kontakt auf.
  • Arrangieren Sie ein Erstgespräch zwischen externem Begleiter, einem Vertreter Ihres steuernden Teams (soweit bereits eines an Ihrer Schule existiert), eventuell Elternvertretern, Ihrem Stellvertreter und Ihnen: Klären Sie Ihre Erwartungen mit dem Angebot Ihres potenziellen Begleiters ab.
  • Treffen Sie vorläufige Vereinbarungen über die Rahmenbedingungen (zeitlicher Umfang, Häufigkeit der Treffen, Örtlichkeit, finanzielle Regelung, Materialien etc.). Vereinbaren Sie, den endgültigen Kontrakt erst nach der 1. Sitzung mit dem Kollegium zu schließen. So kaufen Sie nicht die Katze im Sack, sondern entscheiden nach der 1. Kostprobe, ob Stil und Know-how Ihres Begleiters zu Ihrem Kollegium und zu Ihnen passen.
  • Bitten Sie den Schulentwicklungsmoderator, ein Konzept mit zeitlicher Planung für die externe Evaluation zu erstellen und es Ihnen zuzuschicken. Diskutieren Sie es in dem Kreis, der auch beim Erstgespräch anwesend war.
  • Führen Sie die 1. Sitzung durch. Entscheiden Sie zusammen mit Ihrem steuernden Team über die endgültige Kontraktbildung.
  • Führen Sie Ihren Qualitätsentwicklungsprozess mit Hilfe des externen Begleiters durch oder suchen Sie im Fall einer Ablehnung nach einem neuen Fachmann.

Legen Sie die Rahmenbedingungen in Absprache mit dem Moderator und dem steuernden Team fest:

  • Örtlichkeiten der Sitzungen
  • Häufigkeit der Treffen
  • Dauer der jeweiligen Besprechungen
  • Termine für das ganze Jahr
  • Einladung durch Schulleitung und steuerndes Team
  • Teilnehmerkreis
  • Freiwilligkeit oder verbindliche Teilnahme
  • Kostenträger für Honorar, Material und weitere Auslagen
  • Protokollmodalitäten (Wer schreibt es? Wer bekommt es?)
  • Verantwortlichkeiten für Raumorganisation, Verpflegung, Einladung
  • Beteiligung von Eltern, Schülern, nicht pädagogischem Personal
  • Impressum

Wichtiger Hinweis! Die Verantwortung bleibt bei Ihnen. Wenn Sie einen externen Begleiter einsetzen, geben Sie die Moderation für bestimmte Phasen der Schulentwicklung an ihn ab. Die Verantwortung bleibt aber bei Ihnen und Ihrer Schule. Sorgen Sie zusammen mit Ihrem steuernden Team für die Umsetzung.


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