Allergie im Unterricht? Was Sie bei Heuschnupfen & Co. beachten sollten

03.05.2018

Blütezeit – Pollenzeit, das trifft mittlerweile immer mehr Menschen im Frühjahr unangenehm. Allergien nehmen zu, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen. Wenn Ihr Schulalltag dadurch beeinflusst wird, müssen Sie handeln. Worauf es ankommt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Beispiel aus dem Schulalltag: Lea hat Heuschnupfen

Lea aus der Klasse 3a der Kölner Grundschule „Die Heinzelmännchen“ kommt seit Tagen mit geschwollenen Augen und laufender Nase in den Unterricht. Sie hustet und wirkt fiebrig. Klassenlehrerin Tanja Schmitz sieht, wie schwer es Lea fällt, dem Unterricht zu folgen. Sie informiert deshalb ihre Mutter, Lea auf Allergien testen zu lassen. Aus eigener Erfahrung weiß Tanja Schmitz, dass Pollenallergien oft mit Erkältungssymptomen einhergehen. 3 Tage später bestätigt Hautarzt Dr. Graser eine hochgradige Allergie bei Lea gegen verschiedene Blütenpollen. Er empfiehlt, dass in Leas Klasse die Fenster geschlossen bleiben sollen.

Rechtlicher Hintergrund zu Allergien

Sie als Schulleiter und Ihre Lehrkräfte haben gegenüber den Schülern eine Fürsorgeverpflichtung. Diese erstreckt sich auch auf Gesundheitsmaßnahmen. Dazu gehört es auch, akute Gefahren abzuwenden und schwere Folgen durch allergische Reaktionen zu vermeiden und diesen vorzubeugen. Die Fürsorgepflicht der Schule erstreckt sich für die Dauer des Unterrichts auch auf die Gesunderhaltung der Schüler.

Das ist zu tun: Schätzen Sie das Allergierisiko Ihrer Schüler ein

Um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, müssen Sie Kenntnis von möglichen allergischen Reaktionen Ihrer Schüler haben.

Maßnahme 1: Dokumentieren Sie das Allergierisiko in der Schulakte

Nur wenn Sie bestehende Allergien bei Ihren Schülern kennen, können Sie die notwendigen Präventionsmaßnahmen einleiten. Aus diesem Grund sollten Sie bei der Aufnahme der Schüler die Eltern nach bestehenden Allergien fragen. Lassen Sie sich diese schriftlich bestätigen. Diese Informationen nehmen Sie bei der Anmeldung gleich in die Schülerakte auf. In besonders schweren Fällen von Allergien sollte eine Mitteilung im Lehrerzimmer erfolgen.

Maßnahme 2: Treffen Sie Vorkehrungen bei starkem Pollenflug

Die Pollenflugvorhersage kommt zu starken allergiebelasteten Jahreszeiten immer zusammen mit dem Wetterbericht oder findet sich auch auf Wetter-Apps auf dem Smartphone. Bei hoher Belastung bitten Sie Ihre Klassenlehrer, die allergische Kinder in ihren Klassen haben, die Fenster der Klassenräume geschlossen zu halten. Das Reinigungspersonal sollten Sie anweisen, bei starkem Pollenflug besonders gründlich zu reinigen. Ihre Klassenlehrer könnten die Schüler, die Ordnungsdienst haben, bitten, Fensterbänke, Tische, Bücher und sonstige Gegenstände mit einem feuchten Lappen abzuwischen.

Maßnahme 3: Bitten Sie Ihren Hausmeister, das Rasenmähen auf den Nachmittag zu verlegen

Wenn Sie größere Grünflächen mit Rasen auf Ihrem Schulgelände haben, die von Ihrem Hausmeister gepflegt werden, sollten Sie diesen bitten, den Rasenschnitt erst am Nachmittag nach Unterrichtsende vorzunehmen. Gerade bei Mäharbeiten treten besonders starke Belastungen durch Gräserpollen auf. Das vermeidet starken Pollenflug. Nebenbei reduzieren Sie so auch noch die Lärmbelästigung während der Unterrichtszeit, die viele Schüler ablenkt.

Mein Fazit zu Allergien

Machen Sie sich mit den Besonderheiten bei allergischen Reaktionen Ihrer Schüler vertraut. Scheuen Sie sich nicht, Einzelfalllösungen wie Verbote von Exkursionen im Freien vorzunehmen.


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