Mit 5 Prinzipien Gewalt und Gefahren an Ihrer Schule vorbeugen

20.10.2016

Nicht erst bei drohender Gefahr reagieren, sondern präventiv agieren ist die Haltung, mit der Sie Ihre Schüler am besten vor Gewalt schützen. Thematisieren Sie im schulischen Alltag, im Unterricht, in Konferenzen und bei Elternabenden die gemeinsame Verantwortung aller für ein gewaltfreies und friedliches Schulleben.

Integrieren Sie das Thema „Sicherheit und Gewaltprävention“ in Ihr Schul­entwicklungsprogramm. Damit ver­schaffen Sie ihm den notwendigen Stel­lenwert. Setzen Sie es einmal pro Jahr als Hauptpunkt auf die Agenda Ihrer Konferenz. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihren Lehrern, ob das vorhandene Sicherheitskonzept noch taugt oder ob es überarbeitet werden muss. Legen Sie einen besonderen Fokus auf die 5 päd­agogischen Prinzipien der Sicherheits­vorsorge und Gewaltprävention.

 

Schulleitung intern: Erfolgreiches Schulmanagement

 

1. Prinzip zur Vorbeugung von Gewalt & Gefahren: Interne Kräfte bündeln

Beteiligen Sie die Eltern- und Schüler­vertreter an der Ausgestaltung des Si­cherheitskonzepts, und beziehen Sie sie in die Ausführung mit ein.

 

2. Prinzip zur Vorbeugung von Gewalt & Gefahren: Externe Partner beteiligen

Beziehen Sie auch den Sachaufwands­träger und die Polizei ein. Unabhängig davon, ob es eine Verpflichtung gibt, das Sicherheitskonzept mit Lage-, An­fahrts- und Evakuierungsplänen bei der Gemeindeverwaltung, der Polizei und der Feuerwehr zu hinterlegen, tun Sie dies auf jeden Fall. Damit werden Ret­tungsdienste im Katastrophenfall rasch handlungsfähig.

 

 

3. Prinzip zur Vorbeugung von Gewalt & Gefahren: Gefährdete Kinder und Jugendliche erkennen

Es gibt keine zuverlässigen Frühwarn­signale für Amok. Dennoch zeigen Studien, dass manche Schüler, die auf Mitschüler und Lehrer feuerten, Au­ßenseiter waren oder gemobbt wurden oder insgesamt soziale Probleme hatten. So hat die Fürsorge Ihrer Lehrer, die bei solchen Auffälligkeiten die Eltern und den Schulpsychologen einschalten, auch präventive Funktion gegen Gewaltaus­brüche. Auch Anti-Gewalt-Trainings und Maßnahmen zur Mobbing-Prä­vention sollen negative Entwicklungen verhindern, die in „School Shooting“ münden könnten.

 

4. Prinzip zur Vorbeugung von Gewalt & Gefahren: Beziehungen stärken

Vor allem sorgen Ihre Lehrer während und neben dem Unterricht bei den Schü­lern für das Gefühl, dazuzugehören und in der Klassengemeinschaft aufgehoben zu sein. Unter dem Gesichtspunkt der Gewaltprävention kommt der Bezie­hung der Schüler untereinander sowie der Lehrer-Schüler-Beziehung eine he­rausragende Bedeutung zu.

 

 

5. Prinzip zur Vorbeugung von Gewalt & Gefahren: Toleranz und interkulturelle Kompetenz fördern

Nahezu 1/3 der Schüler in deutschen Schulen hatten 2014 einen Migrations­hintergrund. Dieser Anteil ist durch den Ansturm von Flüchtlingen und Asylsu­chenden im laufenden Jahr enorm an­gewachsen. Und ein Stopp ist nicht in Sicht. Daraus erwächst für Ihre Schule eine erhöhte Anforderung an die schu­lische und gesellschaftliche Integration dieser Kinder. Diese beginnt bei der Sprachförderung und mündet in die Unterstützung beim Berufsübertritt. Fördern Sie vor allem auch die inter­kulturelle Kompetenz aller Schüler, um Konflikte zwischen den ethnischen Gruppierungen zu verhindern. Dies sind vor allem die Toleranz des An­dersartigen und der Dialog anstelle von Feindseligkeit. Ihr Beitrag zur Teilhabe­gerechtigkeit ist gleichzeitig ein Beitrag zur Gewaltprävention.

 

Fazit: Schutz vor Gewalt bieten Sie Schülern und Lehrern am besten durch eine Kombination aus organisatori­schen und pädagogischen Maßnahmen.

 

Diese und viele weitere Empfehlungen und Arbeitshilfen für ein erfolgreiches Schulmanagement finden Sie in „Schulleitung intern“.


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