Erziehungspartnerschaft mit Eltern – So starten Sie in Ihr Schulkonzept

07.04.2016

Jede Schule ist anders. Während im Einzugsgebiet einer Schule vorwiegend Eltern aus bildungsfernen Familien wohnen, leben im Umfeld einer anderen Schule vorwiegend Mittelschichteltern in einer dritten viele Familien mit Migrationshintergrund und in einer vierten eine bunte Mischung. So muss ein Schulkonzept „Erziehungs- und Bil­dungspartnerschaft Elternhaus – Schule“ auf die Gegebenheiten der jeweiligen Schule zugeschnitten sein.

Analysieren Sie diese schulspezifischen Faktoren für eine gelungene Erziehungspartnerschaft mit Eltern. Ermöglichen Sie darüber hi­naus Ihren Lehrern die Auseinanderset­zung mit dem Begriff „Partnerschaft“ im Zusammenhang mit den Eltern. Vermeiden Sie damit, dass lediglich eine Umbenennung dessen erfolgt, was bereits besteht.

 

Steuergruppe „Erzie­hungs- und Bildungspartnerschaft El­ternhaus – Schule“ einrichten

Mit der Erstellung und Umsetzung ei­nes Schulkonzepts ist eine Menge De­tailaufgaben verbunden. Übertragen Sie diese auf eine Steuergruppe „Erzie­hungs- und Bildungspartnerschaft El­ternhaus – Schule“. Natürlich gehören dieser Steuergruppe nicht nur Lehrer, sondern auch Elternvertreter an.

Die Steuergruppe…

  • bereitet den pädagogischen Tag vor,
  • gestaltet die Elternbefragung,
  • führt sie durch,
  • wertet sie aus,
  • informiert das Kollegium und die Eltern über die Ergebnisse,
  • erarbeitet auf Basis der Ergebnisse mit dem Kollegium Ziele und Maß­nahmen,
  • gießt diese Bausteine in ein Schul­konzept,
  • leitet die Umsetzung der Maßnah­men in die Wege,
  • begleitet die Umsetzung,
  • evaluiert die Umsetzung,
  • stößt die Weiterentwicklung des Konzepts an.

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Einen pädagogischen Tag für die Erziehungspartnerschaft mit Eltern gestalten

Verschaffen Sie Ihren Lehrern durch einen pädagogischen Tag oder eine pädagogische Konferenz die Gelegen­heit, sich mit den Basisgedanken der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft Schule – Eltern auseinanderzusetzen. Gleichzeitig legen Sie damit den Grund­stein für Ihr Schulkonzept. Mit dem fol­genden Ablauf informieren Sie über die Grundgedanken der Partnerschaft und beteiligen alle Ihre Lehrer an der Ent­wicklung des Schulkonzepts:

1. Auftaktreferat: Führen Sie mit ei­ner mitreißenden Rede in das Thema ein. Anregungen für die Begründung und das Grundverständnis des Part­nerschaftsgedankens finden Sie in den Veröffentlichungen Ihrer Bildungsmi­nisterien zu dieser Thematik. Oder Sie bitten eine engagierte Lehrkraft aus der Steuergruppe, dies zu übernehmen. Als dritte Alternative können Sie einen ex­ternen Moderator einladen, der speziell zu diesem Thema ausgebildet ist, und den Prozess der Konzeptentwicklung an Ihrer Schule begleitet.

2. Gruppenarbeit: Lassen Sie in arbeits­teiliger Gruppenarbeit von Ihren Leh­rern Ideen entwickeln, wie diese Erzie­hungspartnerschaft gestaltet werden kann. Legen Sie die 4 wichtigsten Facet­ten zugrunde, die sich im Rahmen eines Modellversuchs der Stiftung Bildungs­pakt Bayern herauskristallisiert haben:

  • Kommunikation: Hier steht im Mit­telpunkt, wie der Informationsfluss in beide Richtungen sichergestellt werden kann. Denken Sie auch For­men an, die bisher noch nicht an Ih­rer Schule praktiziert werden. Auch auf das Wie der Gesprächsführung kommt es an. Schlagen Sie Stan­dards vor.
  • Kooperation: Achten Sie auf Ausge­wogenheit: Einerseits möchten El­tern gerne mithelfen, z. B. bei Festen und Feiern oder als externe Spezialisten. Doch dies ist nur eine Seite der Kooperation. Stellen Sie das Kind in den Mittelpunkt: Wie kön­nen Schule und Eltern gemeinsam einen Lernrückstand ausgleichen oder ein besonders wissbegieriges Kind wirkungsvoll fördern? Je bes­ser die Lern- und Erziehungsprozes­se von Elternhaus und Schule aufei­nander abgestimmt sind, desto mehr Wirkung zeigen sie beim Kind.
  • Gemeinschaft: Denken Sie vor allem darüber nach, wie Sie an Ihrer Schu­le eine Willkommenskultur aufbau­en können, mit der Sie den Begriff „Partnerschaft“ besonders betonen.
  • Mitsprache: Sie ist rechtlich geregelt. Doch die Ausgestaltung obliegt der Schule in enger Zusammenarbeit mit den Elternvertretern. Die Mit­sprache der gewählten Vertreter bringt Ihnen die zusätzliche Pers­pektive von Schülern und Eltern ein. So treffen Sie deren Bedürfnisse bes­ser und verhindern Konflikte.

3. Evaluation vorbereiten: Lassen Sie in einer zweiten Runde Ideen sammeln, welche Fragen zu diesen Teilbereichen in einer Elternumfrage gestellt werden können.

Eltern von Beginn an in die Erziehungspartnerschaft  miteinbeziehen

Beziehen Sie die Betroffenen – die El­tern – von Beginn an in die Gestaltung Ihres Schulkonzepts ein, am besten durch eine konkrete Befragung aller El­tern. Denken Sie bei der Formulierung der Fragen schon die Auswertung mit. Deshalb: Formulieren Sie möglichst vie­le Fragen mit Auswahlantworten. Doch geben Sie zum Schluss noch Gelegen­heit, selbst etwas zu ergänzen.

 


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