Die Eltern aktivieren

11.10.2011
Hand aufs Herz! – Arbeiten Sie besonders engagiert an einer Sache, wenn Sie sich als Hilfsarbeiter fühlen, der die Vorgaben anderer ausführen muss? – Sicher nicht! Doch so geht es Eltern, wenn sie 2 Wochen vor einem Sommerfest aufgefordert werden, sich rege an den aufwendigen Vorbereitungen zum Fest zu beteiligen und dazu noch Kuchen und Salate beizusteuern.

Wenn Sie zur Elternmitarbeit motivieren wollen, beziehen Sie sie frühzeitig in Entscheidungen, Planung und Organisation mit ein. Beachten Sie dabei 4 Prinzipien.

1. Prinzip: Mitentscheiden schafft Motivation

Beteiligen Sie den Elternrat von Anfang an, auch bei der Entscheidung, ob überhaupt ein Sommerfest stattfinden soll, und bei der Auswahl des Themas. Wenn die Eltern an Ihrer Schule bisher nur wenig Engagement gezeigt haben, schlagen Sie zum Auftakt ein Thema vor, zu dem die Eltern von Haus aus eine gute Beziehung haben, beispielsweise ein Fest „Schule – Verein“, um zur Elternmitarbeit zu motivieren.

Lassen Sie eine Projektwoche „Sinnvolle Freizeitgestaltung“ vorausgehen. Bitten Sie die umliegenden Vereine Ihres Stadtteils um Kostproben der jeweiligen Vereinsaktivitäten. So wird eine Projekt-AG vielleicht von einer Mutter als Tennistrainerin des Sportvereins geleitet und eine andere von einem Vater als Spezialist für Vogelschutz des örtlichen Bundes Naturschutz. Die Mithilfe der Eltern bei Ihrem Abschlussfest ergibt sich dann fast von selbst.

2. Prinzip: Mitplanen schafft Engagement

Informieren Sie bald nach dem Beschluss zum Sommerfest alle Eltern in einem Elternbrief über das Vorhaben, in dem Sie um Ideen und Mitwirkung bei der Planung und Durchführung bitten.

Versehen Sie den Brief mit 3 Unterschriften: Schulleiter – Projektleiter, an den Sie die Steuerung und Koordination delegiert haben – und Elternratsvorsitzender.

Beginnen Sie mit der Planung und Organisation des Festes frühzeitig, damit alle Beteiligten diesen Termin und die damit verbundenen weiteren Aktivitäten in ihrem Terminkalender berücksichtigen können.

Informieren Sie auch von Zeit zu Zeit über den Stand der Planungen z. B. bei Elternabenden, als Zusatz in Klassenelternbriefen, in Ihrem "Newsletter" oder in einem separaten Brief.

Fragen Sie ca. 4 Wochen vor dem Fest die Bereitschaft zur Mithilfe der Eltern ab, und geben Sie die Möglichkeit, in einem Antwortschreiben verschiedene Optionen anzukreuzen. Organisieren Sie die Aufgabenverteilung mit Hilfe einer frühzeitig angelegten und immer wieder aktualisierten Aktivitätenliste. Darin halten Sie fest, wer bis wann mit wem was erledigt.

3. Prinzip: Mitgestalten schafft Zusammengehörigkeitsgefühl

Erleichtern Sie die Mithilfe der Eltern bei Ihrem Sommerfest durch günstige Rahmenbedingungen während der Veranstaltung, z.B. bevorzugte Parkmöglichkeiten für Helfer, Betreuung der kleineren Geschwisterkinder durch ältere Schülerinnen oder Mütter. Werten Sie das Sommerfest mit dem Besuch von Ehrengästen, z.B. dem Bürgermeister oder dem Landrat, auf. Lassen Sie ein Eltern-Schüler-Team als Reporter die Stimmung einfangen und möglichst viele Schüler und Eltern bei ihren Aktivitäten fotografieren. Stolz auf ihr Kind und auf das gemeinsame Werk stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und motiviert auch in Zukunft zur Elternmitarbeit.

4. Prinzip: Erfolg schafft Zufriedenheit

Lassen Sie das Sommerfest mit einem ausdrücklichen Dank an die Mitwirkenden, besonders die Schüler und Eltern, enden. Sorgen Sie auch für einen Bericht in der Regionalpresse mit einem Foto, bei dem die Hauptakteure im Vordergrund stehen: die Schüler, Eltern und Lehrer. Laden Sie zu einer Nachlese ein: Hängen Sie die Fotos im Schulhaus zur Bestellung aus, lassen Sie durch Ihre Computer-AG eine CD-ROM zusammenstellen, die ebenfalls gekauft werden kann, und führen Sie einen Videofilm des Festes klassenweise 


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